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Navigationsgeräte

Der Markt der Navigationsgeräte ist inzwischen recht unübersichtlich. Neben den großen Herstellern TomTom, Navigon, Garmin und Falk buhlen auch noch diverse Anbieter mit temporären Angeboten, wie z.B. Medion, um Kunden. Navigationsgeräte gibt es in unterschiedlichen Ausführungen: als Windows-PDA, als Programm für einen Windows-PDA, als Linux-PDA, mit eingebautem oder externem GPS-Empfänger etc. Für den Benutzer macht dies im großen und ganzen keinen Unterschied.

  • In Fahrzeuge ab Werk eingebaute Navigationssysteme können auf Kilometerzähler, und Lankradstellung zugreifen und so eine Zeitlang ohne GPS-Signal auskommen.
  • An das Autoradio angeschlossene Geräte müssen nicht mit diesem in der Lautstärke wetteifern und können die qualitativ besseren Lautsprecher im Fahrzeug nutzen.
  • Wasserdichte Kompaktgeräte können auch auf dem Fahrrad oder Motorrad eingesetzt werden.
  • Leicht abnehmbare Geräte können auch in einer fremden Stadt auf dem Fußweg helfen - insbesondere, um zum Auto zurück zu finden.

TomTom Go 510 gegen Navigon MobileNavigator 6 PNA TS 6000T - der direkte Vergleich

Nach diversen schlechten Erfahrungen mit Falk-Kartensoftware habe ich mir den TomTom Go 510 (die neue Version des Modells 500, Software Version 6.51) und den MobileNavigator 6 PNA TS 6000T näher angesehen. Beides sind also aktuelle Geräte.

Das zu Grunde liegende Kartenmaterial ist bei beiden OK. Leider meinte der TomTom, an meiner Straßenkreuzung sei die Nummer 73, während ich aber nun einmal in der 65 wohne, die schon vor Jahren festgelegt wurde. Mein alter MobileNavigator 5 wollte hier die Nummer 67 sehen. Immerhin also findet er meinen Nachbarn. Aber das Kartenmaterial von Geräten ist immer lokal von unterschiedlicher Qualität, so dass ein solcher Einzelfehler ignoriert werden sollte.

Der TomTom Go 510 ist deutlich größer (tiefer) als der Navigon PNA. Von der Größe hätte ich insofern den TomTom One II vergleichen müssen. Dafür hat der TomTom einen (sehr gut designten, unauffälligen, praktischen) Windschutzscheibenhalter, der alle Kabel aufnimmt. Beim Aussteigen lasse ich Ladegerät, Verkabelung und Halter einfach im Auto und klicke mit einer Hand nur den TomTom Go los. Beim Navigon dagegen muss ich das Gerät mit zwei Händen losdrücken (diese Verbindung wird sicher leiden) und die Kabel einzeln lösen - und beim Einsteigen auch erst wieder einzeln befestigen. Auch sind beim Navigon die Kabelanschlüsse unten (Stromzufuhr, schlecht erreichbar, immerhin eine standardisierte Mini-USB-Buche) und an der Seite (TMC-Antenne, Kopfhörer) verteilt - das Kabelgeflecht stört. Auch ansonsten ist der TomTom im Bedienungskomfort klar besser.

Bei der Navigation sind die Texte des Navigon etwas kürzer und durch die prägnantere Wortwahl etwas besser verständlich. Außerdem ertönen beim TomTom grammatikalisch fehlerhafte Sätze wie "Nach 700 Meter - Sie haben das Ziel erreicht". Hier punktet also der Navigon, wenn auch nicht signifikant.

Dafür erfolgen beim Navigon die Navigationsansagen nicht zuverlässig. Vielleicht ist der Computer etwas veraltet und überfordert (er reagiert häufig etwas langsamer als der TomTom), jedenfalls werden Ansagen gelegentlich unvollständig oder gar nicht ausgegeben. Das kann böse irritieren, wenn man die richtige Kreuzung verpasst - ein dickes Minus für den Navigon. (Übrigens: Mein MDA mit MobileNavigator 5 hat, vielleicht dank des schnellen 400 MHz-Prozessors, solche Probleme nicht.)

Dagegen unterstützt der TomTom über Bluetooth auch als Freisprecheinrichtung Handys - wenn es denn funktioniert. Bei meinem Handy (MDA compact) wollte er immer die Sprachansage über das Handy leiten - das Gegenteil von Freisprechen, zumal auch am Handy nichts zu hören war. Ich musste diese Funktion erst manuell deaktivieren, bevor mir wieder Fahranweisungen gegeben wurden. Ein klarer Minuspunkt für diese Funktion, denn es besteht kein Grund, bei der Freisprechfunktion (also Handyanrufe werden über den Lautsprecher des TomTom ausgegeben, der TomTom meldet sich als Headset beim Handy an) die Fahranweisungen umgekehrt aufs Handy zu schicken. Der Navigon leistet sich diesen Fehler nicht, er hat kein Bluetooth. Kein Lorbeeren für beide.

Der Navigon punktet außerdem mit serienmäßig vorhandenem TMC (aktuelle Stau- und Sperrungsdaten per Rundfunk. also kostenlos). Die dazu notwendige Wurfantenne verdient allerdings das Prädikat "störend und hässlich". Allerdings kannte TMC die seit Tagen bestehende Sperrung im Harz immer noch nicht - dann kann man auch drauf verzichten. TomTom beherrscht TMC nur mit einem externem TMC-Empfänger (ab ca. 70 Euro).

Dagegen setzt TomTom auf kostenpflichtige Datendienste via Internet, die über ein Bluetooth-fähiges Handy online oder bei der Vorbereitung der Reise zu Hause abgerufen werden können. Ein gutes Geschäftsmodell, aber für meinen Geschmack zu teuer.

Beim Zubehör punktet eindeutig TomTom: Ein 220V-Netzteil, eine Docking-Station für den Schreibtisch und ein externes Mikrofon fürs Auto gehören zum Lieferumfang. Dagegen liefert Navigon nur ein USB-Kabel mit, um den PNA zu Hause zu laden und an den PC anzuschließen.

Beide liefern ein 12V-Netzteil für den Zigarettenanzünder mit. Beim Navigon allerdings hängt ein Kleber daran "Vor dem Zünden Stecker ziehen". Spinnen die? Jedes Mal den Stecker ziehen, weil anscheinend ein Überspannungsschutz für 2 Cent fehlt? Ein klarer Pluspunkt für TomTom.

Der TomTom benutzt ein Linux-Betriebssystem (für dass es natürlich auch vom Hersteller nicht unterstützte Software/Hacks gibt), womit das Gerät recht flott arbeitet. Der Navigon benutzt ein Windows mobile CE 4.2 und reagiert damit gelegentlich etwas träge, ohne dass dieses aber besonders negativ auffällt. Negativ dagegen der zusätzliche Ein/Ausschalter des Navigon an der Unterseite: Der normale Ein-Ausschalter versetzt das Gerät nur in einen Standby-Modus. Vollständig ausgeschaltet dürften alle Daten verloren gehen. Auch scheint sich der Navigon nicht selbst abzuschalten - jedenfalls geht er heute morgen nicht an und meint, er müsste sich erstmal laden. Habe ich vergessen, ihn auszuschalten? Soll nicht die Technik dem Menschen helfen statt umgekehrt?

Die Nachtansicht des TomTom ist gut, Tag- und Nachansicht kann man an seine Bedürfnisse anpassen (egal ob man das eine Farbvorlage oder eine Skin nennt). Die Nachtansicht des Navigon dunkelt zwar die Karte, nicht aber die Navigationsinfos und Buttons ab. Diese hellen Dinger stören ganz gewaltig. Klarer Punkt für den TomTom.

Gestern dann ein Dejavu beim Navigon, dass ich bei meinem MDA bisher auf den Bluetooth-Stack geschoben hatte: Ich fuhr los (auf der Hinfahrt 8 Stunden vorher lief das System noch korrekt) und hatte kein GPS-Signal - so etwas kommt schon mal vor und dauert bei heutigen Chipsätzen nicht länger als 1 Minute. Aber auch nach nach 10(!) Minuten Fahrt unter freiem Himmel hatte ich noch kein Signal. Dann, als ich in die Hauseinfahrt einbog, meinte das Gerät "Sie sind am Ziel angekommen". Danke, das hatte ich auch schon gemerkt. Solche langen Aussetzer bei einem Navigationssystem wären in einer fremden Umgebung tödlich. Bei einem Navigations-Komplettsystem aus aufeinander abgestimmten Komponenten darf ich wohl erwarten, dass so etwas nicht passiert.

Fazit

Beide Geräte weisen unnötig große Schwächen auf. Die Freisprechfunktion des TomTom (einer der Hauptgründe, mir den TomTom Go 510 anzusehen) ist nur mit wenigen Handys kompatibel und für mich damit nicht existent, und die Ansagetexte sind gewöhnungsbedürftig. Insbesondere kommen vor Kreuzungen auch nicht so präzise Angaben wie bei Navigon "In 80 Metern links abbiegen" und kurz vor(!) der Kreuzung oder dem Beginn der Abbiegespur(!) "Jetzt links abbiegen".

Die Texte des Navigon sind also besser - wenn sie denn zuverlässig ertönen würden (so wie ich es vom MobileNavigator 5 auf meinem MDAc kenne). Es hakelt die Navigation des Navigon PNA, und das Zubehör ist weder umfangreich noch funktionell noch zweckmäßig. Eine Freisprechfunktion wird gleich gar nicht geboten. Und nur wegen der potentiell besseren Ansagetexte würde ich das Gerät nicht kaufen. Interessanter Weise funktioniert der alte MobileNavigator 5 auf meinem alten MDA besser als der brandneue Spezial-Navigations-PNA von Navigon. Da hat wohl jemand am völlig falschen Ende gespart.

Ich glaube, die Navigon-Navigationsfunktionen auf einem TomTom-Gerät mit TomTom-Bedienung ergäben ein Gerät, dass mir rundum gefallen würde. Derzeit kann ich den Navigon keinesfalls empfehlen, der TomTom hat Macken, aber ist klar besser. Und mein MDAc mit MobileNavigator 5 wäre perfekt, wenn der Freeware-Bluetooth-Stack auf die Standby-Funktion nicht unzuverlässig reagieren würde und das Programm im Standby(!) nicht so viel Energie verbrauchen würde - so muss ich das Programm manuell beenden, sonst ist der MDAc abends leer. Mit dem serienmäßigen Bluetooth-Stack lief die GPS-Maus erst gar nicht.

Also noch ein weites Feld für kleinere und größere Produktverbesserungen.



Über Ihr E-Mail Feedback würde ich (Tom Stein) mich sehr freuen, auch im Diskussionsforum.
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Diese Seite wurde zuletzt geändert am 11.10.14 23:16 - Überprüfung: XHTML - CSS
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