Startseite
Nach oben

Optimierung des WiFi in einem dichtbesiedelten Wohnbezirk

Viele von uns betreiben ein WLAN, um den Computer, die Smartphones etc. mit dem Internet zu verbinden. Insbesondere das 2,4 GHz-Band, welches von den weitverbreiteten WLANs nach 802.11 b, g und n benutzt wird und sich die Funkfrequenzen auch noch mit Bluetooth und DECT teilt, zähle ich derzeit in meinem fast von Einfamilienhäusern dominierten Wohngebiet neben meinem eigenen Netz wlan.tomstein.de derzeit 19 aktive Netze. Im 5 GHz-Band, welches viele Kanäle mit Radar teilt, zähle ich derzeit 5 fremde Belegungen der Funkfrequenzen – alle an meinem Standort empfangbar. Damit beeinflussen und stören diese Wifi-Netzwerke sich sehr stark gegenseitig. Dazu kommt, dass wegen der Überschneidung mit Radar die schönsten Kanäle gerne mal "den Kopf einziehen" und nicht senden dürfen, sobald sie irgendein fremdes Radarähnliches Signal empfangen - selbst, wenn das in Wirklichkeit nur ein verrauschtes, fremdes, weit entferntes weiteres WLAN ist!

Während viele Smartphones und einige Notebooks bereits die Sendeleistung der eingebauten Funksender automatisch reduzieren, um Akkuleistung zu sparen, senden die meisten WLAN-Station jedoch meist mit voller Leistung – und stören sich dadurch. In dem Versuch, den besten Empfang im eigenen Netz zu haben, sorgen wir alle beim Nachbarn (und die alle bei uns) für das Gegenteil!

Deshalb möchte ich anregen, dass wir alle die Sendeleistung unseres Routers auf 25-50% der Maximalleistung drosseln – dies lässt sich in vielen Routern einstellen. Dadurch würde sich die Übertragung im eigenen Haus zwar nominell geringfügig verschlechtern, tatsächlich aber könnten wir erheblich mehr Daten übertragen, weil die Störungen durch die Nachbarn entfallen. Probieren Sie es aus: Ihr Gerät wird möglicherweise (je nach Entfernung zwischen Router und Gerät) eine etwas geringere Übertragungsgeschwindigkeit anzeigen, aber wenn ein Störsender wegfällt, gehört Ihnen diese Geschwindigkeit auch exklusiv – und nicht wie derzeit verteilt auf oft dutzende Basisstationen! Denn das Funksignal nimmt quadratisch zur Entfernung ab - mit 50% Sendeleistung ist die Reichweite (im Freien) von 100 m auf 25 m gesunken. Das spart Strom und schützt nebenbei das eigene WLAN vor angriffen -was man nicht empfängt, kann man nicht angreifen. Und Ziel sollte es sein, dass das eigene WLAN in der eigenen Wohnung, und nur dort, dafür aber dort ungestört, empfangbar ist! Also nicht "möglichst viel Leistung", sondern "so wenig wie nötig". Probieren Sie es aus - und überzeugen Sie auch den Nachbarn!


Bei der weit verbreiteten AVM Fritz!Box finden Sie die entsprechende Einstellung unter WLAN > Funkkanal > Weitere Einstellungen > Maximale Sendeleistung. Die folgende Grafik zeigt die empfohlenen Einstellungen am Beispeil einer Fritz!Box 7490 mit Fritz!OS 07.01:


Hier eine kleine Übersicht der verbreitetesten WLAN-Standards:

IEEE 802.11 WLAN-Standard Release Frequenzbereich Bandbreite Datenrate
(Brutto)
IEEE 802.11 (obsolet) 1997 2,4 GHz 22 MHz < 2 MBits/s
IEEE 802.11a 1999 5 GHz 20 MHz 54 MBits/s
IEEE 802.11b
Geräte mit diesem Standard bremsen Geräte nach 802.11g im gleichen Kanalbereich aus!
1999 2,4 GHz 22 MHz 11 MBits/s
IEEE 802.11g 2003 2,4 GHz 20 MHz 54 MBits/s
IEEE 802.11n 2009 2,4 GHz + 5 GHz 20 MHz
bis
40 MHz
65 MBits/s bei 1x1 MIMO
bis
600 MBits/s bei 4x4 MIMO
IEEE 802.11ac Wave 1 2013 5 GHz 20 MHz
bis
80 MHz
86 MBits/s bei 1x1 MIMO
bis
1.300 MBits/s bei 3x3 MIMO
IEEE 802.11ac Wave 2 2015 5 GHz 160 MHz 2.600 MBits/s bei 3x3 MIMO
bis
6.900 MBits/s bei 8x8 MIMO
IEEE 802.11ax ca. 2018 2,4 GHz + 5 GHz 160 MHz 4.800 MBits/s bei 4x4 MIMO


Jede Station sendet immer breitbandig auf mehreren "Kanälen" gleichzeitig - die Einteilung in Kanäle hat nichts mit dem WLAN, sondern nur mit alter Nutzung von Funkfrequenzen zu tun. Daher ist es im 2,4 GHz-Beriech nicht sinnvoll, alle Kanäle zu benutzen, sondern Sie sollten nur die Kanäle 1 (schließt 1-3 sowie einen Bereich unterhalb von 1 ein), 6 (schließt 4-8 ein) und 13 (schließt 11-13 und einen Bereich oberhalb von 13 ein) benutzen. Nur falsch produzierte Geräte, welche die Kanäle 12+13 nicht unterstützen (z.B. einige amerikanische und chinesische Hersteller), sollten Kanal 11 statt Kanal 13 benutzen. Wenn Ihr Router eine "Autokanal"-Einstellung hat, benutzen Sie diese am Besten, sonst wählen Sie manuell einen der 3 genannten Kanäle (und keine anderen Kanäle, weil das wegen der Überlappung nur mehr Störungen bedeutet)!

In der folgenden Grafik sehen Sie die Frequenzbelegung bei mir zu Hause - und dass meine eigene Box im Kanal 11 auch die Kanäle 9-13 beeinflusst! Außerdem ist zu erkennen, dass mind. ein Teilnehmer dummer Weise Kanal 9 (also 7-11) benutzt, weshalb sowohl Kanal 11 als auch Kanal 7 unnötig belastet sind, obwohl einer von beiden ausreichen würde!

Im Impressum finden Sie wichtige rechtliche Hinweise zu diesen Seiten.
Diese Seite wurde zuletzt geändert am